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EIGENNAMEN

ALLGEMEINES


VORWORT

Jeder von uns wird sich wohl schon mal gefragt haben, wo sein Name herkommt.
Es gibt sogar eine Wissenschaft, die sich damit befasst: die Anthroponymik. Zusammen mit der Toponymik (Ortsnamenskunde) bildet sie die Onomastik (Namenskunde).
Die häufigsten Verfahren, die zu unseren heutigen Familiennamen geführt haben, wollen wir in diesem Beitrag zusammenfassen.

Zunächst sollte man wissen, dass Eigennamen mit einer bestimmten Sprache verbunden sind. So wäre es sinnlos, für den Namen Vandervelde einen französischen Ursprung zu suchen!
Dass es so viele verschiedene Eigennamen gibt, liegt an den unzähligen Quellen, aus denen sie entstanden sind.
Ihre Beständigkeit kommt daher, dass sie zu einem gegebenen Zeitpunkt in der Geschichte vererblich wurden. Dieser Zeitpunkt ist je nach Gebiet oder gar Familie unterschiedlich. Vorher war der Name nur ein persönlicher Beiname oder ein einfacher Vorname.
Man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Vererblichkeit des Eigennamens etwa ab dem 16. Jahrhundert zum Volksbrauch wurde.

Die Unterschiedlichkeit der Namensquellen und der Zeitpunkte, zu denen die Namen vererblich wurden, erklärt also die große Vielfalt der heutigen Familiennamen.

Wie man bereits aus dem Vorangehenden ableiten kann, ist die erste Quelle der Vorname einer Person, der bei der nächsten Generation der Familienname wird. Man stelle sich das in etwa so vor:
Ein Mann namens Peter hat zwei Söhne und er überträgt ihnen seinen Vornamen als Familienname; sie heißen fortan Ludwig Peter und Jakob Peter.

So ersetzte der doppelte Name also den einfachen Namen. Der doppelte Name wurde zur Regel ab dem Augenblick, wo man das Vererblichkeitssystem anwendete.
Aus den Archiven geht ganz eindeutig hervor, dass es vor dem System der doppelten erst das System der einfachen Namen gegeben hat.

Es ist also der einfache Name eines Vorfahren, der allen Eigennamen zugrunde liegt, die heute wie ein Vorname aussehen: Jacques, Robert, André, Simon, Benjamin, usw.

Dann kommen die Namen, die die Herkunft bezeichnen: Deliège, Destatte, Namur, Hamoir, Degesves, Tilmont (alte Form von Tirlemont), Dinant, Destrée und viele andere, die sich leicht entziffern lassen, manchmal mit Hilfe des Dialekts: Dispa ist die wallonische Form von Despa.

Oft ist auch ein physisches Merkmal für den Nachnamen entscheidend: Legros (der Dicke), Lefort (der Starke), Legrand (der Große), Petit, Lebrun, Leblanc, Leblond, Malfait.

Es kann auch ein moralischer Zug sein: Lenoble (der Edle), Lebon (der Gute) und vielleicht auch Lefin. Jede Eigenschaftsbezeichnung des ersten Namensträgers kann sich also auf die Nachfahren übertragen, und zwar nur aus dem Grund, dass der Name vererblich geworden ist. Dies ist u.a. der Fall bei Lebègue (der Stotterer) oder Leplat.

Handwerk und Beruf sind ebenfalls große Eigennamenlieferanten: Tourneur (Dreher), Boulanger (Bäcker), Berger (Hirte), Cuisinier (Koch), Poissonnier, Mercier, Charpentier und die pikardische Nebenform Carpentier.

Manchmal ist der Berufsname veraltet oder nur für Sprachhistoriker verständlich. So heißt Sartre Schneider, aus dem Lateinischen Sartor; Lesueur bedeutet Schuster, genauso wie Corbisier; Técheur bedeutet Weber.
Die Vererblichkeit des ursprünglichen Namens wird manchmal durch eine Zusatzpartikel bezeichnet: Die Nachfahren von Peter heißen Pirson, Colson stammt von Nicolas, Janson, von Jean, usw.

Es gibt verschiedene solche Suffixe, darunter einen typischen wallonischen, den man in vielen hiesigen Namen antrifft: Pirsoul, Colsoul, Gilsoul, Godsoul, Lamsoul. Godsoul soll von Godefroid (Gottfried) und Lamsoul von Lambert stammen.

Der Eigenname kann auch von einem unangenehmen oder peinlichen Beinamen abgeleitet sein; ein häufiger Fall ist Cocu (betrogener Ehemann).
Hier sein erwähnt, dass unsere Gesetzgebung zulässt, seinen Namen kostenlos ändern zu lassen, wenn er als schlecht klingend oder als nachteilig für seinen Träger erkannt wird. Das Verfahren wird dann mit der offiziellen Namensänderung abgeschlossen. So sind viele Cox und Coq ehemalige Cocus.
Es gibt auch einen Fall, wo aus Saligot (Dreckskerl) Sarly wurde.

Es gäbe noch Vieles darüber zu erwähnen, doch abschließend noch dies:

Manche hiesige Namen sind eine Übersetzung aus dem Wallonischen ins Französische, und es gibt sogar einen "zweisprachigen" Fall, teils flämisch, teils französisch:
Der erste Teil von Debakker wurde ins Französische übersetzt, was dann Lebacq ergab. Diesen Namen findet man heute noch in Brüssel.

Diese Theorien und Entdeckungen sind alle sehr schön, aber man findet dennoch zahlreiche unerklärliche oder unverständliche Familiennamen. Dies lässt sich zum Teil durch Transkriptionsfehler durch die Beamten erklären.


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