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Die Glocken der Großgemeinde Bleyberg. (V.V. Drei Grenzen)

Geschichte ➔ Diverse Chroniken ➔ Glocken Plombières

Diverse Chroniken


  1. Das weiße Haus

Cimetière américain

  1. Vorwort
  2. Der Standort vor 1944
  3. Der provisorische
  4. Die permanente
  5. Die Einweihung
  6. Von Henri-Chapelle
  7. Die Verwaltung

Schloß David-Eulenbgurg

  1. Das Schloß
  2. Steinbruch (Leverbach)
  3. Die Familie David
  4. Während des Krieges

Wallfahrtsort Moresnet-Ch.

  1. Geschichtlicher Überblick
  2. Die Franziskaner-Mönche
  3. Schmiede Kunstwerke
  4. Botanische Entdeckung
  5. Die Gordes Klause
  6. Renovierung XII Station
  7. Friedhof - Kalvarienberg
  8. Abschied der Franziskaner
  9. Ein neues Kapitel

Die Glocken von Bleyberg

  1. Abschied der Glocken
  2. Rückführung der Glocken

Das Pensionat Maria Hilf

  1. Die Schwestern
  2. Die Oblaten Pater
  1. Andere Chroniken


Die Glocken der Großgemeinde Bleyberg.

Beschreibung und Beschlagnahme der Glocken


Glocken rufen uns, damit wir freudig und fröhlich glückliche Momente feiern, so wie Taufen und Hochzeiten. Aber sie sind auch Zeichen der Hoffnung und Trost, wenn eine schwere Trennung bevorsteht, so wie im Todesfall von geliebten und uns nahe stehenden Menschen.

Schon immer hat uns ihr Geläut gerufen, uns zu versammeln und unsere Unterstützung anzubieten, zu guten wie zu schlechten Zeiten.

Die Beschlagnahme und die Rückkehr der Glocken in unserer Gegend, gehören zur Geschichte des zweiten Weltkriegs. Hier können wir sie besser kennenlernen.

Die Glocken wurden in 4 Kategorien unterteilt :

Als die Glocken abgeholt wurden, durfte jedes Dorf die älteste und leichteste Glocke behalten.
So wurden zwischen dem 16. September 1942 und dem 12. Februar 1944, die Glocken unserer Dörfer abgeholt und zum sogenannten Glockenfriedhof in Hamburg gebracht.
Gemmenich : Die Pfarrkirche St. Hubert besaß drei Glocken von 98, 80 et 40 cm im Durchschnitt. Sie stammten aus den Jahren 1737, 1726 und 1811, wobei letztere 1831 repariert und umgegossen worden war. Die Glocke von 1737 wurde von Fr Chaudoir gegossen, die von 1726 von Johannes Franssen und die von 1811 war Peiper gezeichnet. Die Chaudoir-Glocke von 1737 trug folgende Inschrift :
"Franciscus Caesar Constantinus Comes de Hoensbroech Ab Oost Scholasticus Aquensis Me Refundi Librarum Ponderis Anno 1737 Curavit".
Es bedeutet : "Franciscus Caesar Constantin Graf von Hoensbroech von Oost, Scholaster von Aachen, lies mich 1737 neugießen". Diese Inschrift beweist, dass es sich bei dieser Glocke um die sogenannte Zehntglocke handelte, die vom Steuereinnehmer zur Verfügung gestellt wurde (1).

Im Bereich Vaals-Gemmenich-Moresnet-Montzen dürfte ursprünglich nur eine Pfarre bestanden haben, deren Zehnt dem Aachener Marienstift zukam.

Die 1726 von Johannes Franssen gegossene Glocke trägt die Inschrift : "Sankt Hubertus Heisch ich, die Lebendige rufe ich und die Doodten begrabe ich, Johannes Franssen goss mich 1726".

Unsachgemässe Lagerung auf dem Gelände des Hüttenwerkes führten zu einer irreparabelen Schädigung der Glocke, die 1948 den Weg nach Gemmenich zurückfand, aber umgegossen werden musste. Die Inschrift wurde auf den Neuguss übertragen und um einen Zusatz durch folgende Zeilen erweitert :
"Im Weltkrieg 1942 Zerbrochen im Frieden des 2. Vatik. Konzils 1964 reconstituiée-Te Deum Laudamus . Te sancta confitetur Ecclesia. Meine Paten : Mathieu Panitzke u. Marguerite Crützen. Dank der Familien Ahn-Goebels, Austen-Wiertz, Fallentheyn-Fischer, Flas-Cremetr, Flas-leisten, Langohr-Danthine, Nix-Possen, Nyssen-Spirlet, Rampen-Hofmanns, Joseph Schmets, Schyns-Corman und edr Kgl St Hubertus Schützen. Dank meinen Paten Mathieu Panitzke und Marguerite Crützen". Der Umguss wurde in der Sergeys in Leuven vorgenommen.

Als Ersatz für die Peiper-Glocke, die im Krieg verloren ging, ließ die Pfarre daselbst auch eine neue Glocke gießen. Sie wurde 1964 geweiht und trägt die Inschrift :
"Je suis dédiée à Notre-Dame, Mère du Sauveur. Mère de Dieu, et je vous redis comme à Banneux : Priez beaucoup. Mes Parrains : Leopold Kever et Pia Pelzer".
D.h. : "Ich bin der Madonna geweiht, Mutter des Erlösers. Mutter Gottes, und ich sage euch, so wie in Banneux : betet oft. Meine Paten : Leopold Kever und Pia Pelzer".

(1) Es handelt sich um das Zehnt (eine Steuer - Montzen z.B. zahlte das Zehnt an Aachen). Früher hieß unsere Gegend Geminiacum und war eine der 43 königlichen vallae. Sie zahlte das Zehnt an Karl den Großen. Dafür musste er dann die Große Kirchenglocke bezahlen und unterhalten.

Hombourg : 1658 nennen die Visitationsprotokolle Hasbaniens in Hombourg zwei Glocken; eine gehörte der Gemeinde und die zweite wurde vom Steuereinnehmer zur Verfügung gestellt (Zehnt (1)). Beide Glocken waren 1764 ‚in bono statu', in einem guten Zustand. Die 1824 gegossene Glocke mit einem Durchmesser von 96 cm, wurde beim Inventar von 1940 in die Kategorie B eingestuft. Das Gewicht wurde mit 670,5 kg angegeben, aber später in Hamburg mit 726 kg korrigiert. Diese Glocke trug das Chronogramm :
"Jo.Jo. LauDem eXCeLsi VoCIfero vocor maria.Scissa fUIt sUbIto haeC CaMpana IdeoqUe refUsa. nUDa bonis opIbUsqUe treMens aCCLesla fLeVit ECCe patrinUs aDest fUrtenberg hIC arrIpIt aUrUm aDIUVat egregle fabrIcae sUCCUrrIt aMenter. fLoreat eXCeLLentIa sUa et faMILIA dIU aC LiberlIs DoMInus ChaIneUX. ECCe MatrIna DeVota IosephIna ChaIneux N.J. Mambour Pastor in Hombourg et N.W. Eymael Vic. J. Langhoor Mayeur, M.J. Franssen Echevin, J.G. Duyckaerts Magers/Marguiillers" - "Me funderunt Fratres Geulard"
Es bedeutet : " Oh . Oh. Ich verkünde das Lob des Allerhöchsten. Ich heisse Maria. Diese Glocke war plötzlich gesprungen und wurde deshalb neu gegossen. Die Kirche, ohne Güter und Mittel zitterte und weinte. Doch da erscheint als Pate H. Furstenberg. Er besorgt/sammelt das Gold, hilft in hervorragender Weise, unterstützt die Kirchenfabrik selbstlos. Lang lebe Seine Exzellenz und dessen Familie! Und der großzügige Herr Chaineux. Da ist die fromme Josephina Chaineux, N.J. Mambour, Pastor in Hombourg, und N.W. Eymael, Vikar ; J. Langhoor, Bürgermeister, N.J. Franssen, Schöffe ; J.G. Duyckaerts, Einnehmer, N.J. Duyckaerts, G.J. Duyckaerts, JP. Duyckerts, Kirchenvorstand.

Nach Hombourg wurde auch eine Fr Chaudoir (Liège) Glocke von 30 kg geliefert, mit der Inschrift "F. Chaudoir Me Conflavit Leodii 1748", was bedeutet : "mich goss in 1748 F. Chaudoir in Lüttich".

Eine 3. Glocke aus Hombourg, deren Gewicht unbekannt war, mit einem Durchmesser von 84 cm, kam in die Gruppe C, da ihr Gussjahr sie ebenfalls als vorläufig erhaltenswert auswies. Sie wurde gestiftet von Herrn von Furstenberg und trug die Inschrift : "Brictius heisch ich, Levache von Luttich gosse mich. Seine Excellentz von Furstenbergh alhier gaff mich. Zur Ehre Gottes läute ich A(nno) 1728". Die beiden letzten Glocken kamen am 1. Mai 1947 unbeschädigt nach Hombourg zurück.
Montzen : Die St. Stephanus-Pfarrkirche meldete 1942 drei Glocken.

Die kleine Glocke datiert von 1209, in den Notizen von Pastor Birven steht : "... so wird diese Glocke 'Kapitelglocke' genannt". Sie wurde 1666 umgegossen von Grognard in Lüttich und 1687 von Christobal in Trier. 1700 wurde sie wieder von Grognard in Lüttich erneuert. Diese Glocke heisst 'Maria' und hängt im kleinen Turm.

Da die kleinere Glocke den Verantwortlichen in Hamburg als ganz besonders wertvoll erschien, wurde eine Klangaufnahme angefertigt und ein Protokoll verfasst. Verzierung und Inschrift werden wie folgt angegeben :

"O+REX+GLORIAE+VENI+CUM +PANA+ESU+ANNO+DNI+M°+CCC°+LCXXXXX" = O König der Herrlichkeit, komme mit (deinem) Frieden.
Da das älteste bekannte Glockengebet 'O rex gloriae, veni cum pace' lautet, handelt es sich wohl um einen Lesefehler. Das folgende ESU ergibt auch keinen Sinn, da danach die Jahreszahl 1392 folgt. Es soll wohl ‚fusa sum' = ich wurde gegossen bedeuten.

Anscheinend war diese Glocke ursprünglich ein Teil des Geläuts der Stiftskirche ST. Paul in Lüttich gewesen.
Während die 1886 bei Vanaerschodt in Leuven gegossen Glocke schon 1947 wieder nach Montzen zurückkam, dauerte es bis zum 2. September 1948, ehe die kleine Glocke ihren Platz wiederfand.
Ihr Ton ist das 'la'.

Die mittlere der drei Glocken, 1811 in Montzen durch Clément Drouot de Romain-sur-Meuse (1770-1821) gegossen, verblieb im Turm. Diese Glocke hatte einen Durchmesser von 100 cm, und trägt als Inschrift die Namen des Paten N.G. Brandt (Anwalt) und der Patin Baronin Anna Maria Louise von Sluse. Sie war die Gattin des Besitzers von Schloss Broich (Charles Henri de Broich).

Die komplette Inschrift lautet :
Parrain : M.J. Brandt, Avocat - Marraine : M.A.L. Baronne de Sluse de Hopertingen épouse de C(Charles) H(Henri) de Broich de Brouck. Clément Drouot m'a fait à Montzen. A.Heydendael étant curé et B. Schever, Maire. Refecta vocem novo recepi. (Ich habe die Stimme wiedergefunden).
Diese mittlere Glocke verlies Montzen nicht. Ihr Ton ist das "fa".

Die dritte (Bass-) Glocke kam aus der Gießerei Van Aerschodt in Leuven und datiert von 1886. Sie hat einen Durchmesser von 125 cm und wurde von Dekan Lamberts am 2. August 1886 getauft.

Die Inschrift lautet :
"Parrain : Henri Kücks : Marraine : Me C. Ernst et Mlle A. Loop. Curé N. Lamberts, H. Xhaflaire Bourgmestre A.L.J. Vanaerschodt Major (der ältere) et filius successores Aug. Vanderhhzeyn. Lovanii 1886 ".

Die Flanke trägt u.A. ein Bild des hl. Stephanus mit Märtyrerpalme und Steinen. Ihr Ton ist das "mi". Diese Glocke wurde 1942 von den Deutschen nach Hamburg gebracht, sie kam am 19. April 1947 zurück nach Montzen.
Moresnet : Es gab drei Glocken in der Remigius-Pfarrkirche, von denen zwei 1864 durch den Giesser Van Aerschodt in Leuven gegossen wurden, während man von der dritten weder Giesser noch Gussjahr anzugeben wusste, sie wurden 1942 nach B und A eingestuft.

Auf dem Hamburger Glockensammelplatz wurde die größte Glocke mit 868 kg registriert. Leider war sie nach ihrer Rückkehr nach Moresnet in 1947 beschädigt und konnte nicht mehr geläutet werden. Aus diesem Grund ließ die Pfarre 1965 eine neue Glocke giessen.

Dabei wurde die Schulterumschrift der alten Glocke "O Rex Gloriae, Veni Cum Pace" (O glorreicher König, bring uns deinen Frieden) übernommen und um folgenden Zusatz erweitert "parrainée par tous les paroissiens - St Remigi ora pro nobis-Anno 1965" (gestiftet von allen Glaubigen von St. Remigius, bitte für uns, 1965. Die alte Glocke wurde aus dem Turm herabgelassen, sie blieb erhalten und steht seitdem als mahnendes Friedens-Denkmal neben der Kirche.
Moresnet-Chapelle : Da der Ortsteil keine eigene Pfarrei bildet, mussten beide Glocken des Franziskanerklosters abgeliefert werden. Sie gingen verloren.

1954 fand in Moresnet ein Ereignis statt. Die Einwohner wurden Zeugen, als zwei neue Glocken geliefert und angebracht wurden, um die vorherigen unter dem Nazi-Regime abgenommenen, zu ersetzen.

Die beiden Bronze-Glocken wurden in der Giesserei François Sergeys in Leuven hergestellt und wogen respektive 233 kg und 133 kg ; sie hatten 40611 FB gekostet. Darauf steht zu lesen :

Sacellum B.M.V. sub Titula Auxili Christianorum in Moresnet 1953
+
Vocce peccatores-audi oratores-Duc ad coelos viatores
X munificentia Domini Joseph Jennes, patris spiritualis
Coventus nostri
Monstra Te esse Matrem
+Sancta Francisce, ora pro nobis
Laudate et benedicite Domino Meo-Gratias agite et servite Ei-
Cum magna humiulitate
Ex munificentia incolarum hijus pagi Moresnet-Chapelle
Administrationis civilis de Moresnet aliorum



Plombières : die beiden Glocken der Maria-Himmelfahrts-Kirche wurden von der Familie Paquot gestiftet : sie wogen 350 kg und 55 kg. Die größere stammt aus der Sankt-Walburgis-Kirche in Lüttich, sie musste bis 1934 in einer Reserve untergestellt werden, da der Glockenturm zu klein war.

Die Inschrift :
"Quando fui formata Godesclcus… vocata. Qui sequitur finem respice… Respice in servos tuos et in opera tuo Domine M.F.G.H.".

Beide Glocken wurden in die Kategorie A eingetragen. Die größere blieb jedoch im Turm, denn ein Versuch die Glocke herauszuholen hätte das Gebäude beschädigt.
Sippenaeken : eine der Glocken stammte von 1783 und wurde in die Kategorie C einklassiert. Die zweite mit einem Durchmesser von 72,5 cm datierte von 1824 und wurde in die Kategorie B eingetragen.
Beide Glocken kamen heil zurück aus Hamburg.

Auszüge : Chronik 15 - Autor: J.Langohr (Gemmenich)
Übersetzung : Myriam Debey - Kelmis.