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Entdecken - Die Burgen - Die Burgenroute  SCHLOSS HOF DE DRAECK (Teuven)  Druckansicht
Liste der Burgen

 

Schloss de Draeck zu Teuven. (de Hoef)

Teuven war eine von den Herzögen von Limburg abhängige Herrschaft. Es besteht dort noch ein altes, wenig herrschaftlich ausehendes Schloss. Man nennt es "het alt Hous". Das war die Residenz des Herren von Teuven. Wir haben dort alte Kamine gesehen, die die Kennzeichen des 13. Jahrhunderts trugen.

Ein anderes Schloss (manoir) ein Bau aus dem 16. Jahrhundert, hat das "alt Hous" ersetzt. Man nennt es das neue Schloss; es hat der Familie de Draeck gehört, von der sich ein Grabstein in der alten Kirche von Teuven befand.


So schrieb Alexandre Schaepkens um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Leider bleibt von dem alten Schloss, das er damals noch besichtigt hat, nicht die geringste Spur und nicht mal die genaue Lage desselben ist bekannt. Nach Herrn Lionel de Sécillon, dem früheren Bürgermeister von Teuven, lag das alte Schloss vielleicht an der Stelle, wo sich heute ein etwa 1870 errichteter Bauernhof befindet, der unter dem Namen "Het oud Huys" bekannt ist und um 1950 im Besitz der Mutter des Bürgermeisters, der Gräfin de Sécillon-Coenegracht, war.

Das "neue Schloss", heute "De Hoef" oder (seltener) "Schloss Draeck" genannt, liegt etwas ausserhalb des Dorfes, nördlich, zwischen der Strasse nach Slenaeken und der Gulpe. Es ist ein dreiflügeliger Bau, der (laut Poswick) vornehmlich aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammt, dagegen in anderen Publikationen dem 16. Jahrhundert zugeordnet wird. Älteste Bauteile sind der Hauptwohntrakt und der östliche Seitenflügel, der Westflügel erscheint moderner und jünger und ist vielleicht dem ausgehenden 18. oder beginnenden 19. Jahrhundert zuzuschreiben.

Wie dem auch sei, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr Schloss Draeck einige Umänderungen, die ihm sein heutiges Aussehen verliehen. Damals erhielt der Hauptflügel die grossen Fensteröffnungen und eine neoklassizistische Veranda, die nach dem 2. Weltkrieg noch bestand. Auch das Dach des die Nordwestecke flankierenden Turmes trug früher einen höheren und spitzeren Helm. In den Kriegsjahren hatten die Deutschen jedoch diesen Turmhelm durch ein Flachdach ersetzt und auf dem Turm einen Flakposten eingerichtet.

Der von Schaepkens erwähnte Grabstein ist in den Turmsockel eingemauert worden. Vermutlich geschah dies nach dem Kirchenbrand von 1870, der zu einem Neubau der Teuvener Pfarrkirche (1871-1877) führte. Die Grabplatte trägt im Mittelteil der oberen Hälfte das Wappen de Draeck, darunter in einem quadratischen Feld die stark beschädigte Inschrift. Beiderseits von Wappen und Inschrift sind vertikal acht weitere Familienwappen angeordnet. Der Stein trägt die Jahreszahl 1663.

Besonders an der Nordseite sind die ehemaligen Wassergräben noch gut auszumachen.

Zugang zum Schloss bietet sich von Westen über die neue Glasveranda oder von der rückwärtigen Seite über den Hof der Wirtschaftsgebäude, der durch einen tiefen Graben vom Schlosshof getrennt ist. Über diesen Graben führt ehe bruchsteinerne Brücke, die eine frühere Zugbrücke ersetzt hat, zum Schlosshof.

Im Laufe der Jahrhunderte hat Schloss Draeck viele Besitzer und Herren gekannt. Der erste uns bekannte Herr der Herrschaft Teuven war ein gewisser Mathilion, dessen Namen uns um 1370 begegnet. Es dürfte sich, auch wenn dies nicht mit absoluter Sicherheit feststeht, um Mathilion von Eynatten handeln. Nächste Besitzer von Teuven sind die von Gronsveld, denen ebenfalls die Herrschaft Beucken in Henri-Chapelle gehörte.

Anfang des 15. Jahrhunderts heiratete Johanna von Gronsveld Johann von Brempt. Deren Sohn Goswin heiratete 1461 Catharina, Tochter des Walram von Merode. Auf dem Erbwege kam Teuven an die Tochter Sophie von Brempt, die in erster Ehe Johann Krümmel von Eynatten heiratete und deren Tochter Johanna Krümmel von Eynatten das Erbe ihrer Eltern übernahm.

Durch die Ehe von Johanna Krümmel von Eynatten mit Gerard von Palant kam Teuven an letztere Familie. Von den vier Töchtern der Eheleute Krümmel-Palant schloss die Dritte, Adrienne, den Ehebund mit Adrian von Uytenhove und wurde bei der Erbteilung Besitzerin der Herrschaft Teuven. (Die Herrschaft Beucken fiel an ihre Schwester Maria von Palant).

Johann Karl von Uytenhove, aller Wahrscheinlichkeit nach der Sohn der vorgenannten Eheleute, wurde am 21. Januar 1597 mit Teuven belehnt. 1612 verkauft er das Schloss an Walram Draeck, Witwer von Anna de Viron, und dessen Kinder. Die Herrschaft Teuven sollte nun 180 Jahre, d. h. bis zur Franzosenzeit, im Besitz dieser Familie bleiben.

Gerard de Draeck, ein Sohn Walrams, ist in die Ortsgeschichte wegen seiner vielen gerichtlichen Streitereien mit dem Augustinerinnenstift von Sinnich und dem Herrn von Beusdael eingegangen. Es gelang ihm, dem Herrn von Beusdael, Johann-Adolf von Colyn, die Gerichtsbarkeit über Teuven zu entreissen und auch die Strafgerichtsbarkeit über Sinnich zu erlangen.

Er starb 1656. Sein Sohn Joseph de Draeck war der nächste Herr von Teuven. Er liess den vorhin erwähnten schönen Grabstein anfertigen.

Nach seinem Tode, im Jahre 1700, fiel die Herrschaft Teuven an den Sohn Joseph-Anselme de Draeck, Ehegatte der Catharina Ernestine Bertolf von Belven. Dieser wurde in den Freiherrenstand erhoben. Er starb 1719. Der noch minderjährige Sohn Jean-Joseph-Gérard de Draeck wurde nun Herr von Teuven. Er starb ohne Nachkommen, so dass die Herrschaft an seine Schwester Maria-Adrienne-Françoise fiel, die verheiratet war mit dem Freiherrn Jean-Frédéric-Guillaume de Negri.

Über drei Generationen blieb das Schloss nun im Besitz der Familie de Negri. Auf Joseph Anselme Antoine de Negri, der die Witwe seines Bruders, Jeanne Marie Joséphine von Eys von Beusdael heiratete, folgte dessen Tochter die Baronin Marie Françoise Josèphe de Negri in erster Ehe verheiratet mit Charles-Alexandre de Blanckart. Nach dem Tode der Eltern verkauften die Kinder der Eheleute Blanckart-Negri Schloss de Draeck an Viktor Haan aus Aachen.

1851 verkaufte dieser den Besitz an den Lütticher Rechtsanwalt Walther Moulan, nach dessen Tod kam das Teuvener Schloss auf dem Erbwege an die Geschwister Cyrille und Julienne Magis. Im folgenden Jahre trennten sich diese wieder von de Draeck, das sie an Leopold Gerard Quoidbach und an dessen zweite Ehefrau Gabrielle Thérèse Christiane Elisabeth de Ras verkauften. Letztere war schon zweimal verwitwet und hatte aus der Ehe mit Marie Emmanuel Victor Alexandre de Coenegracht mehrere Kinder. Nach ihrem Tode, am 14.2.1882, kam es über den Besitz von Hoef zu langdauerndem Streit zwischen dem Vater bzw. Stiefvater und den Kindern Quoidbach und Coenegracht, was schliesslich am 2.4.1901 zum öffentlichen Verkauf des Schlosses führte, dessen neuer Besitzer Emile Sano aus Brüssel wurde. Emma Sano, die Tochter, verheiratet mit Louis Janssens aus Ostende, erbte Draeck. Nach ihrem Tode, am 7.8.1946 liessen de Kinder bzw. Enkel Draeck wiederum öffentlich verkaufen, wobei das Schloss und die anhängenden Ländereien, insgesamt rd. 32 ha, von dem Vervierser Industriellen Hubert Duesberg-Grenade erstanden wurden.

Die neuen Besitzer bemühten sich, die während der Kriegsjahre unterlassenen Unterhaltsarbeiten durchzuführen und das alte Schloss in neuem Glanz erstehen zu lassen. Damals erhielt der Eckturm seinen stumpfen Helm.

1985 erstand die Flämische Gemeinschaft den alten Herrensitz, der im folgenden Jahr als Hotel-Restaurant eine neue Bestimmung gefunden und als Gastronomiebetrieb der gehobenen Klasse sich einen Namen gemacht hat.

Aus "LES DELICES DU DUCHE DE LIMBOURG von Guy POSWICK" und Zeitschrift "Im Göhltal".


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